Freitag, 24. Juni 2016

Bella - die Einarbeitung 1. Woche

Heute ist die Einarbeitungszeit mit Bella offiziell zu Ende. Drei Wochen sind rum und wenn es nach den Krankenkassen geht, dann sind wir nun ein Team. ´tschuldigung das ich laut lache, aber ich habe das Gefühl ich stehe noch ganz weit am Anfang. Es waren drei sehr ereignisreiche Wochen und wir haben schon so einiges erlebt und erfahren. Wisst ihr was? Ich nehme euch mal ein wenig mit auf meine Reise durch die letzten drei Wochen. 

Nehmt euch eine Tasse Kaffee und macht es euch gemütlich, es wird ein wenig länger heute. 

Begonnen hat diese gemeinsame Reise am 6. Juni 2016. Nina (meine Trainerin der Führhundeschule Kleverland) kam an dem Montagmorgen bei mir vorbei und hatte meine Bella im Gepäck. Ganz so sicher wie es denn nun werden wir war ich mir noch nicht und wir hatten uns auch noch offen gehalten, ob sie da schon bei mir bleibt oder Bella nochmal über Nacht mit zur Trainerin geht. So starteten wir den Tag mit Leinenführigkeit und bei Fuß laufen. Bella beherrscht das ganze sehr gut, aber ich muss mir seit diesem Tag den Respekt erarbeiten, dass sie es auch für mich macht. So wurde an dem Tag viel diskutiert zwischen uns beiden und für Bella waren die Büsche und die "Hunde-Tageszeitung" oftmals viel interessanter wie ich oder das was ich wollte. 
Dazu kam, dass ich mir mit meinem Kopf auch noch selber im Weg stand... Hilfe, ich kann dem Hund vielleicht weh tun, oder: er geht bestimmt kapputt. Aber auch meine innere Haltung immer wieder herzustellen und die ganze Aufregung und Nervosität vor dem neuen Wesen Hund in meinem Leben weg zu packen und Souveränität auszupacken, haben mich ganz schön gefordert und auch überfordert. 
Dementsprechend sah das Bild am 1. Tag nach dem Training so aus: 


Auch wenn wir ko waren, so ist Bella schon am 1. Tag bei uns geblieben. Da sie uns bereits kannte und eine Beziehung aufbauen konnte, war das für die Hübsche gar kein Problem. 

Der 2. Tag verlief ähnlich, aber ich konnte schon merken, wie einige meiner Handlungen bei ihr Wirkung zeigten und bei Fuß hieß nun auch nur noch an jedem 3. Grashalm schnuppern. Das ganze war nur die Vorbereitung auf die Führarbeit und war der "Grundgehorsam". Mein Mann amüsierte sich (noch) köstlich über mich und meinte dass sei doch alles nicht so schwer. (eine Woche später hat er seine Meinung geändert, aber dazu später mehr). Bella und ich waren allerdings wieder platt:


Mittwoch war nun endlich die Führarbeit dran. *uahhhh* Ganz ehrlich kann ich nicht sagen was mein größtes Problem war: den richtigen Ton treffen, die innere Haltung, welchen Befehl sage ich wann, wir gehe ich mit Verweigerung um, wie handel ich sie bei Hundebegegnungen.... Ich war einfach hoffnungslos überfordert und wir sind die beiden Ampeln bestimmt 20x angegangen. erfolgreich kann ich diesen Tag nicht nennen. 
An dem Abend war ich einfach nur feddisch mit der Welt. 

Hundeyoga ist bei Bella sehr beliebt und wird oft praktiziert. 

Wie so oft bei mir: eine Nacht drüber schlafen hilft immer. So auch diesmal. Donnerstag sind wir die gleiche Strecke wieder gelaufen und es hat sehr gut geklappt. Jede Ampel wurde direkt angezeigt und die Befehle kamen im richtigen Ton an der richtigen Stelle. Jipiehhh! Geht doch. 

Freitag hieß es dann: wir gehen in die City. Die ist hier nicht wirklich groß, aber bei schönem Wetter doch auch voll. Egal, da müssen wir jetzt durch. Der erste Gang war eine spannende Erfahrung und hat mir zwei Dinge aufgezeigt. 
Zum einen: ich habe meinen festen Weg, den ich durch die Stadt gehe. Das ist meine innere Landkarte. Ich gehe gerne in der Mitte der Fußgängerzone, da dort am meisten Platz ist und keine Aufsteller oder Fähnchen oder Warenkörbe im Weg stehen. Ab durch die Mitte ist mein Motto.
Zum anderen: ich bind dabei hochkonzentriert und sehr angespannt. Auch wenn ich mit Stock laufe, so bin ich doch darauf gefasst, dass die Leute mich umrennen und den Stock einfach nicht wahrnehmen. Es gibt auch viele die einfach stehen bleiben und ich mit dem Stock in sie reinrenne wenn ich es nicht rechtzeitig sehe. Das verstehen sie meistens nicht. Also noch mehr Konzentration damit dass nicht passiert. 

Bella ist da anders: sie sucht sich ihren besten Weg. Das war nicht immer meiner. Es ist sehr schwer da auf einmal alle Kontrolle abzugeben und einfach dem Hund vertrauen. Zum anderen: wenn man ihr vertraut, dann passieren diese Zusammenstöße auch nicht mehr. Diese ganze Anspannung und Konzentration ist nicht notwendig. Aber das dann "mal eben" zu machen. Neeee... nicht mit mir. ;-) Aber für das erste Mal Stadt war es schon klasse. 

Das ist doch meines, oder? 

Dann sind wir Samstag einkaufen gegangen. Noch ohne Führgeschirr, aber mit Kenndecke (auch dann darf sie überall mit rein). Ich glaube so schnell haben mein Mann und ich noch nie eingekauft. Die Leute gucken, fassen den Hund an, stellen sich daneben und sprechen Bella an (die das total toll findet, aber nicht einfach zu Menschen hingehen soll). Also Stress pur kann ich euch sagen. Aber das wichtigste landete in unserem Wägelchen und wir ganz schnell zu Hause. 
Die Erholung am Wochenende haben wir uns echt verdient. Meine Eltern haben einen schönen großen Garten, den Bella sehr liebt und den wir am Wochenende belagert haben. 


Am Anfang der Woche war auch Bella sehr unruhig und ist viel durch unsere Wohnung gelaufen und auch bei Spaziergängen konnte die Nase nicht still bleiben. Für sie war die erste Woche nicht minder aufregend und anstrengend wir für mich. Aber auch sie kommt jeden Tag ein Stückchen mehr an. Sie lernt unseren Rhythmus kennen, freundet sich schrittweise mit unserem Kater an und die Tageszeitung beinhaltet auch nur noch die aktuellen Neuigkeiten. Unsere "Regeln" (Decke bedeutet auch auf selbiger liegen zu bleiben und nicht doch an der Tür gucken kommen, bzw. bedeutet 3/4 des Körpers bleibt auf der Decke) haben wir recht oft diskutiert, aber sie werden immer weniger in Frage gestellt. Labradore können dabei so wunderbar "warum" fragen mit ihrem Blick. Achja... und eigentlich ist sie ein Labrador-Robbe Mix. *lol* Immer wenn sie nicht auf der Decke bleiben will, dann robbt sie sich ganz langsam aber sicher da runter und Richtung mit oder Nina. Gleiches gilt für das Heranspirschen an interssanten Sachen auf dem Boden, wenn man im "Platz" liegt und nicht aufstehen darf. 

Ein Hundespielzeug was sie nicht "erlegt" bekommt. 

Ich denke ihr merkt, die Woche war anstrengend, aber wir haben auch sehr viel gemeinsam gelacht. Sie hat unser Leben vollkommen auf den Kopf gestellt und wir möchten sie nicht mehr missen. 

Wasser von oben ist absolut nicht ihr Ding!
Es war heute so einiges an Text und ich bin erst am Ende der 1. Woche. Aber ich werde einen kleinen Break einlegen und die Tage die Fortsetzung schreiben. Danke fürs dabei sein an euch. Danke für die vielen lieben und wundervollen Kommentare hier im Blog zu Bella und auch auf Insta. Auch das ist Balsam für die Seele. Leider bin ich noch nicht zum beantworten aller Kommentare gekommen, ich hoffe ich komme bald auch dazu. 

Eure Micha

Verlinkt bei: Freutag

Kommentare:

  1. oh Micha, ich finde es noch immer so toll, dass dein Traum für einen Führhund wahr geworden ist!
    auch wenn das jetzt für alle eine Wahnsinnsarbeit ist, volle Konzentration und vor allem Vertrauen und Konsequenz erfordert - ihr schafft das zusammen!
    alles Gute weiterhin!!!!!
    liebe Grüße
    Manu

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  2. Liebe Micha!
    Die Bella ist ja aber auch ein wunderschönes Tier. Ich hoffe ihr werdet gute Freunde werden und sie wird dich überall hin begleiten. Ich würde mich so freuen etwas von dir zu hören. Bei mir ist viel passiert in den letzten Wochen, aber dazu ein anderes Mal mehr. Ich wünsche euch ein schönes sonniges Wochenende.

    Liebe Grüße Marita

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  3. Man stellt sich ja keinen Augenblick vor, was das alles heisst. Danke für den Einblick in euer Leben! Ich bin so dankbar für dich, dass du Bella bekommen hast, auch wenn die Eingewöhnung bestimmt noch eine Weile andauern wird. Ihr werdet das schaffen!! Und dann wird es einfacher werden...
    Herzlichst
    yase

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  4. Ich freue mich wie ein Schnitzel!!

    Natürlich ist das anstrengend und das wird es wohl auch noch etwas bleiben. Anderseits warte ich mit dir auf diesen Tag, seitdem ich dich und deinen Blog kenne und bin froh, dass ich die Kennenlernzeit jetzt ein wenig miterleben darf.

    Bella ist ein echtes Prachtstück und ihr zwei werdet das auf alle Fälle schaffen. Das weiß ich genau.
    Ganz viel Geduld für dich und für uns bitte noch viele Berichte und Bilder :-)

    Ganz liebe Grüße

    Sabine

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  5. Ich finde es total spannend deinen Bericht zu lesen. Ich hatte übrigens ein Eis und keinen Kaffee, ich hoffe das war okay? hihihi.
    Ich stelle es mir auch schwierig vor sich total auf den Hund einzulassen und zu vertrauen, hört sich aber nach einem sehr guten Weg für Hund und Herrin an.
    LG
    Martina
    PS: Bella ist wirklich ne bella, also Schönheit

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  6. Liebe Micha, ich freue mich für dich, dass es mit Bella so gut klappt. Das es am Anfang anstrengend ist, glaube ich sofort, aber das wird. Das klingt gut und der Blick von ihr ist ja herzallerliebst <3. und das rumrobben ist bestimmt auch sehr süß. ;) ich wünsch Euch alles Gute für Euren gemeinsamen Weg. Das klappt schon. Viele liebe Grüße, Tini

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  7. Liebe Micha,
    wieder einmal herzlichen Dank dafür, dass wir dabei sein dürfen!! Es ist eine so unvorstellbare andere Welt für mich... und Bella, der Labrador-Robbe-Mix, ist so wunderschön - es macht einfach unheimlich viel Spaß, euch ein bisschen zu "begleiten" - danke dafür!!!
    Liebe Grüße,
    Sabine

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  8. Liebe Micha,
    ein ganz toller Post! Wie aufregend, wenn ein neues tierisches Familienmitglied einzieht! Ich bin einfach immer wieder total fasziniert, dass Hunde solche ausgebildete hilfreiche Begleiter werden können. Wir haben auch eine Fellnase zu Hause, mit der wir derzeit viel trainieren. Danke, dass du uns an deinen ersten Erlebnissen mit Bella teilhaben lässt. Deinen Blog habe ich im letzten Jahr schon kennengelernt und bin sehr beeindruckt von dir und deiner positiven Lebeneinstellung! Wie schön, dass ich durch Jakaster auch auf dein Instagramprofil gestoßen bin :)
    Viele Grüße
    Dani

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  9. Liebe Micha, toll, dein Bericht, mein Kaffee war übrigens schon leer, nachdem ich mir die Seite der Hundeschule angeguckt hatte.
    Ihr macht das super, Ihr beide werdet bestimmt ein tolles Team werden!
    Auf deinen nächsten Bericht bin ich schon gespannt!
    LG
    Heike

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  10. wooow - weisst du was? shakar ihr beide schafft das -
    du bist der rudelführer und sie ist hammer-helfer-hund.
    das wird schon - auf jeden fall ist deine süsse ein
    traum - gogogo!!! ;0D
    lg von der numi

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  11. ps - falls mein kommentar am ende ganz viele komische buchstaben trägt, liegt das daran, dass meine süsse kleine katze grade mal wieder über die tastatur gelatscht ist - da kennt sie nix!
    lg von der numi

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  12. Liebe Micha, erstmal vielen Dank für's Teilhaben lassen. Sehr spannend eure "Lehrstunden" zu verfolgen und zu erfahren, wieviel Arbeit und Anstrengung das alles bedeutet. Das sieht man in der Regel so von vorne ja gar nicht. Sieht immer alles so easy aus, ha von wegen...
    Weiterhin viel Kraft und Mut wünsche ich euch. Fühl dich fest gedrückt!
    Liebe Grüße
    Stephie

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  13. Liebe Micha! Für die erste Woche hört sich das schon sehr prima an, finde ich :-) Mina ist auch mein erster Hund. Und auch wenn sie kein Führhund ist, so mussten wir uns natürlich auch sehr aneinander gewöhnen. Nach nun 2,5 Jahren klappt es immer besser und doch nicht immer reibungslos ohne Diskussion wer die Chefin ist ;-) Aber vertrau auf dich und auf sie. Schritt für Schritt kommt ihr voran! Liebe Grüße, Frauke

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  14. Oh, dass kann ich mir vorstellen, dass da alles neu und ungewohnt ist und es schwer ist da so blind zu vertrauen. Aber ich glaube auch ganz fest, dass ihr mit den Wochen und Monaten immer eingespielter werdet :D

    Liebe Grüße
    Rebecca

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