Mittwoch, 5. Dezember 2012

Neues vom Hundi....

... gibt es leider nicht!
Die Krankenkasse lässt sich natürlich Zeit über den Antrag zu entscheiden.
Damit habe ich auch schon gerechnet.
Aber noch hoffe ich, dass ich bis Ende des Jahres einen Mucks höre.

Aber so möchte ich dann mal die Gelegenheut nutzen,
um zusammen zu fassen was ich alles benötigte
um einen Führhund zu beantragen.

Eine der grundlegenden Voraussetzungen ist,
dass man im Schwerbehindertenausweis
das Merkzeichen BL hat.
Dies steht nicht nur Voll-Blinden zu, sondern auch 
hochgradig Sehbehinderten Menschen,
die entweder eine Sehschärfe unter 0,02% haben
oder andere Störungen des Sehvermögens, die dem entsprechen.
So wie bei mir eine Gesichtsfeldeinschränkung von 5° und kleiner.
Seit Mai 2011 habe ich dieses Merkzeichen.

Jetzt kann man sich auf den Weg ins Verwaltungsgewühl machen!
:-)

Ich kann hier natürlich nur meinen Weg beschreiben 
und würde Jedem empfehlen sich vor der Beantragung 
im Internet, in Foren oder bei Selbsthilfegruppen
umzuhören, wie ggfs. dort bereits ein Hund beantragt wurde.
Ruft ggfs. auch bei einer Blindenführhundeschule an.
Dort hat man mir auch sehr weitergeholfen.

Ich stelle euch weiter unten noch eine Liste mit Links zur Verfügung,
die Informationen zum Blindenhund geben.

Ich brauchte folgende Unterlagen:

1. Eine Verordnung über einen Blindenführhund
Sprich:
ein rosa Rezept vom Augenarzt auf dem 
der Führhund als Hilfsmittel verordnet wird.

2. Kostenvoranschlag einer Führhundeschule, 
für die man sich entschieden hat.

Ich habe mich zuerst an meine Krankenkasse gewendet und nachgefragt 
mit welchen Hundeschulen diese zusammen arbeitet.
Ich habe auch gelesen, dass man nicht gezwungen ist,
diese Hundeschulen zu nehmen.
Ich wollte mir die Beiden aber erst einmal anschauen. und 
habe einen Termin mit beiden Schulen gemacht. 

Die einen kamen zu mir nach Hause.
Die Trainerin hatte auch einen ihrer Hunde
in Ausbildung mitgebracht und ich konnte mir den
jungen Kerl anschauen - 
und so auch direkt sehen wir meine Katers das Ganze finden.
:-) 

Zur anderen Schule bin ich mit meinem Mann hin gefahren. 

 Ich habe mich für die erste Schule entschieden:
Ich habe mich auf mein Bauchgefühl verlassen und
dabei daran gedacht, dass die Zusammenarbeit mit der Trainerin
nicht am Ende der Einarbeitung aufhört,
sondern so lange andauert wie der Hund lebt. 
Die Chemie musste da für mich einfach stimmen.

3. Ein Hörtest
Ich habe einfach das grafische Ergebnis der Tests eingereicht.

4. Bescheinigung über die Absolvierung eine O+M Trainings
O+M steht für Orientierung und Mobiltät.
Ich habe bereits von einigen Jahren ein Training in 
Orientierung und Mobilität gehabt.
Hier habe ich den Umgang mit dem Blindenstock
und einige Lebenspraktischen Techniken gelernt. 
Das O+M Training sollte immer absolviert worden sein, 
bevor man den Führhund beantragt wurde mir gesagt.

5. Der eigene Antrag
In meinem Antrag habe ich formuliert warum der Führhund 
als Hilfsmittel für mich wichtig ist.
Warum reicht mir persönlich der Blindenstock nicht aus?
Ich habe auch erläutert, warum ich mich 
für diese Hundeschule entschieden habe.
Ebenfalls war mich wichtig der KK deutlich zu machen, 
dass ich (und mein Mann ebenso) bereits Hunde hatten
und ich dadurch in der Lage bin für den Hund zu sorgen.

Und das habe ich dann bei der KK eingereicht!
Jetzt heisst es warten. 
Und das ist das Schlimmste.

Oftmals werden die Anträge abgelehnt und man muss vor Gericht ziehen.
Da der Blindenhund ein Hilfsmittel ist, und vom Augenarzt 
verschrieben wurde, muss die KK die Kosten übernehmen.
Da diese nicht unerheblich sind wird gerne darauf verwiesen, 
dass der Blindenlangstock ausreicht.
- wenn das mal so wäre - 

Die Entscheidung trifft übrigens in erster Linie der MDK
(medizinischer Dienst der KK).
Aber darüber berichte ich dann, wenn ich mal was davon gehört habe!

Hier eine kleine Liste von informativen Seiten:
Er hat auf seiner HP viele rechtliche Informationen über den Führhund.
 
2. DBSV
Der deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband hat auf seiner
HP eine Broschüre als PDF zum herunterladen mit vielen 
Informationen über den Blindenhund. 
Der Link führt zu den Publikationen und dann etwa 2/3 runterscrollen.
 
Der Blindenführhund als Mobilitätshilfe für blinde
und hochgradig sehbehinderte Menschen
 
Darüber berichtet Backie in ihrem Blog.
Sie hat viele Tipps und Berichte zusammengefasst und schildert
sehr deutlich die Vorteile aber auch die Schwierigkeiten
de das Leben mit einem Führund bringt.
Mich bewegen ihre Geschichten sehr, und ich habe mich sehr
bewusst FÜR meinen Hundi entschieden. 

Eines möchte ich allen Interessierten mit auf den Weg geben:
Die Entscheidung für einen Führhund kann man nicht spontan treffen.
Der Führhund wird mein Leben auf den Kopf stellen. 
Nix mehr Couch-Potato weil es draußen regnet!
Ab in die Klamotten und raus!
Es wird Probleme geben.
Nicht alle finden große Hunde toll, haben sogar Angst davor.
Es ist viel Bürokratie und Durchhaltevermögen gefragt 
um den Hund zu bekommen.
 
ICH freue mich auf meinen Partner mit der kalten Schnauze.
Aber ich habe auch ein wenig Angst, 
denn es ist eine große Verantwortung und viel Arbeit
das Team zu werden, was durch dick und dünn geht.

Das habe ich mir lange und gut 
- zusammen mit meinem Mann - 
überlegt und mich dafür entschieden. 
Jetzt heisst es warten!
 
 Wenn ihr noch Fragen habt, 
dann hinterlasst mir doch einfach einen Kommentar
oder schickt mir eine Mail!
Die Adresse gibt es in meinem Profil!

Ich wünsche Euch einen hoffentlich nicht allzu trüben Tag!
Hier regnet es leider die ganze Zeit schon.

Eure Micha

1 Kommentar:

  1. Hallo,
    ich bin die Sottrumerin im Junhansforum und bin auf deinen Blog gestoßen. Nun habe ich deinen Bericht über die Beantragung des Blindenhundes gelesen. Ich drücke Dir und deiner Familie ganz fest die Daumen, daß ihr einen Freund bekommt.
    Ich selber bin gottseidank ohne Handicap (jedenfalls keine die anerkannt sind, der wer ist schon fehlerfrei). Ich selber habe einen Hund, der mein Leben alleine durch sein Dasein bereichert!! Ich drücke fest die Daumen, kerstin

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